Einleitung in den Abriss

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Der Liber de triplici gilt als schwer lesbar. Darüber hat sich fast jeder beklagt, der sich bisher mit Alvarus Thomas beschäftigt hat. Hier die Worte des Mathematikers Heinrich Wieleitner aus seinem Artikel zur Geschichte der gebrochenen Exponenten, die den Umfang des Buches verdeutlichen: 

„Das Werk von Thomas umfasst 280 zweispaltig eng gedruckte, mit vielen Abbreviaturen gespickte Seiten, von denen allein 53 der Proportionslehre gewidmet sind. Nachdem ich mich durch ein gutes Dutzend Seiten durchgequält hatte..."1 

Der folgende Abriss des Liber de triplici motu gibt das Werk gekürzt wieder. Die Definitionen, Thesen und Argumente wurden klassifiziert, ins Deutsche übersetzt und nach der Struktur des Buches beziehungsweise im Sinne einer solchen angeordnet. Die Übersetzung ist soweit möglich ausgangssprachenorientiert. In den Fußnoten findet sich zumeist die lateinische Transkription der übersetzen Stellen. Nur wenn der Inhalt referiert wurde, wird allein auf die entsprechende Seite im Liber de triplici motu verwiesen. Die mathematische und/oder logische Beweisführungen der Thesen und Argumente wurden in den meisten Fällen ausgelassen. Ausnahmen stellen Beweisführungen solcher Argumente dar, die in den darauf folgenden Argumenten wieder aufgegriffen wurden. Es würde den Umfang dieser Hinweise übersteigen, die gesamten Editionsrichtlinien für den lateinischen Text des Liber de triplici motu in den Fußnoten hier abzudrucken. Sie sind aber auf den Webseiten von Edition Open Sources zu finden.2 An dieser Stelle sollen aber die wichtigsten Punkte und Besonderheiten zum strukturierten Abriss des Liber de triplici motu noch einmal hervorgehoben werden. 

Zur deutschen Übersetzung: 

Doppelte Anführungszeichen kennzeichnen Übersetzungen. Der entsprechende lateinische Text steht in den anschließenden Fußnoten. Er ist mit dem Text des Liber de triplici motu in „Alvarus Thomas und sein Liber de triplici motu. Band II: Überarbeiteter Text und Faksimile“ bis auf die entfernten Absatzzeichen und die entfernten senkrechten Striche zur Markierung eines Textsäulenendes identisch. Die Nummerierung der Seiten des Liber de triplici motu richtet sich ebenfalls nach diesem Band. 

Der Text zwischen runden Klammern in der Übersetzung ist bereits von Alvarus Thomas in Klammern gesetzt worden. 

Es finden sich in der Übersetzung an vielen Stellen Ergänzungen in eckigen Klammern. Die Ergänzungen dienen der besseren Lesbarkeit des Textes. Alvarus Thomas verwendete ausgesprochen häufig das Stilmittel der Elision, die zwar den lateinischen Text kürzt, im Deutschen aber teilweise schlecht nachzuahmen ist. Die Ergänzungen müssen teilweise auch als interpretativ betrachtet werden, vor allem wenn im Latein ein neutrales, (substantiviertes) Adjektiv als Satzsubjekt verwendet wurde, das im Deutschen durch ein Substantiv ergänzt wurde. 

Zum lateinischen Text in den Fußnoten: 

Der Text wurde regularisiert und normalisiert. Die Abkürzungen im lateinischen Text wurden also aufgelöst (Regularisierung). Es kommen keine verschiedenen Schreibweisen ein und desselben Wortes vor, beispielsweise spacium und spatium; auch mittelalterliche Schreibweisen wie e im Sinne von ae wurde den heutigen Konventionen für die lateinische Sprache angepasst (Normalisierung). 

Runde Klammern finden sich bereits im lateinischen Text von Alvarus Thomas. Gelegentlich wurden sie durch Gedankenstriche ausgetauscht. 

Textveränderungen und -ergänzungen im lateinischen Text wurden in eckigen Klammern gekennzeichnet. Unsichere oder nicht eindeutige Auflösungen von Abkürzungen im Liber de triplici motu wurden ebenfalls in eckigen Klammern gekennzeichnet. 

Textlöschungen zwischen ganzen Wörtern wurden durch eckigen Klammern im lateinischen Text mit drei Punkten dazwischen gekennzeichnet. Textlöschungen einzelner Buchstaben innerhalb eines Worts wurden mit eckigen Klammern ohne dazwischen liegende Zeichen gekennzeichnet. 

Die recognita am Ende des Liber de triplici motu wurden in den Lauftext eingetragen. Sie wurden durch geschweifte Klammern gekennzeichnet. Die gelöschten Ausdrücke müssen in den Fußnoten an den entsprechenden Stellen im Band „Alvarus Thomas und sein Liber de triplici motu. Band II: Bearbeiteter Text und Faksimile“ (Sources 8) nachgeschlagen werden. 

Die Zeichensetzung im lateinischen Text des Liber de triplici motu wurde erneuert. Sie folgt nun grammatikalischen Regeln, die auf den Webseiten von Edition Open Sources zu finden sind. Zu erwähnen ist, dass der Ablativus absolutus und der Accusativus cum infinitivo als Satzglieder betrachtet werden und nicht durch Kommata wie Gliedsätze abgetrennt wurden. Gelegentlich führte dies zu einer unterschiedlichen Kapitalisierung der Satzanfänge. 

Zahlwörter wurden als Zahlwörter übersetzt. Arabische Numeral- und Ordinalzahlen im lateinischen Text wurden als ebensolche beibehalten. 

Alle Abbildungen aus dem Liber de triplici motu wurden in den Abriss übernommen. 

Fußnoten

[1]

Wieleitner 1924, S. 517.

[2]

Unter: http://www.edition-open-sources.org/ (besucht am 01.02.2016).